01.07.2015

Chaos-Tage

Chaos-Tage? Darüber können wir nur müde lächeln. Wir haben hier Chaos-Wochen und -Monate und langsam auch die leise Befürchtung, dass es zum Chaos-Jahr werden könnte.
Zwar haben wir inzwischen Strom und warmes Wasser, was ein ENORMER Fortschritt ist, aber wir leben auf einer Baustelle. Überall wurden Löcher geschlagen, gebohrt, ausgehoben oder sind entstanden weil die Wand einfach zerbröselt ist. Die komplette Hütte ist verkleidet – außen mit einem Dekoputz, innen von oben bis unten mit Paneelen. Keine Wand, kein Boden ist gerade. Von der Eingangstür – die, wie sollte es anders sein, zwei Löcher hat – geht es bergauf Richtung Küche.

Der größte Raum kann noch gar nicht bewohnt werden, weil erst der Boden ausgegraben und die Wand abgehauen und erneuert werden muss. Neuen Betonboden eingießen, Wand abstützen und wieder aufbauen. Hier lagern momentan bloß Kisten, Möbel, etc. In zwei Wochen wird losgelegt – wieder eine Großbaustelle. Dann wird der ganze Raum entkernt und anschließend (hoffentlich) schön gemacht.

Man lernt jedenfalls sich über ganz selbstverständliche Dinge zu freuen, wie Schneekönige. Heute haben wir TV bekommen. Welch Freude! Wahrscheinlich werde ich die halbe Nacht in die Glotze schauen....egal, was läuft. Einfach nur, weil ich es jetzt wieder kann.

08.06.2015

wenn du denkst, es geht nicht mehr....

Heute war einfach kein guter Tag. Wir leben seit Wochen schon eher provisorisch, hausen zwischen gepackten Kisten und abgebauten Möbeln. Die Nächte sind kaum noch länger als vier oder fünf Stunden und die Tage dennoch nicht lang genug, um alles zu schaffen. Und dann passieren noch (mittelkleine) Katastrophen und unser neues Zuhause zeigt was in ihm steckt – morsche Wände und ein Boden, der erst ausgegraben und neu gegossen werden muss. Dazwischen immer wieder die unschönen „Hinterlassenschaften“ unseres ehemaligen Mitbewohners, der sich um rein gar nichts kümmert. Jedenfalls war heute so ein Tag zum heulen und schreien. Nicht nur, dass es nicht vorwärts ging, es ging sogar rückwärts.

Und dann ist da dieses Wundertütentier. Rumpel schafft es einfach. Wenn die Welt grau wird und sich von ihrer hässlichen Seite zeigt, dann kommt er und bringt mich in allem Irrsinn zum lachen und mein Herz zum hüpfen.
Die Abendrunde übers - in Sonne getauchte – Feld gedreht und dabei einen Apfel gegessen.
Ich habe DREI Versuche gebraucht um den Apfelkitsch loszuwerden. Jedesmal wenn ich ihn ins Feld geworfen habe, ist Rumpel losgestürmt und hat mir das Ding zurück gebracht. (Leider hatte ich keine Kamera zur Hand.)
Ich musste ihn erst auffordern, bei mir zu bleiben, damit er nicht auch das vierte Mal hinterher lief. Rumpel apportiert recht gut, aber so fantastisch wie diesen Apfel.... eher selten gesehen. Wahrscheinlich hat ihn meine Begeisterung – ich musste laut lachen - beim ersten Mal so angesteckt, dass er meinte, das sei eine wirklich richtig gute Sache, wenn er mir meine Nahrung wieder bringt. Traumköterchen.

26.05.2015

Frauchens Herz

Aus Menschenmunde hört man es immer mal wieder: "Tiere spüren das..." Was auch immer dieses Menschenvolk genau damit meint. Klar spüren wir was. Was soll'n das bedeuten? Und dass wir darin zig Mal besser sind als unsere Primatenbegleiter ist auch ein offenes Geheimnis.
Jedenfalls will ich jetzt mal was über meine Rundköpfin berichten. Scheint mir an der Zeit.
Wir befinden uns gerade in großem Umbruch. Unser Revier hier verändert sich zunehmend und wird irgendwie immer provisorischer. Wir werden uns bald auf machen in ein neues Gebiet. Soll mir recht sein, denn ich spüre, wie viel Gedanken und Herzblut meine Menschin sich meinetwegen macht und dort hinein gibt. Immer wieder flüstert sie mir zu, dass sie bald einen Garten für mich öffnet. Also so richtig FÜR MICH, das ist dann MEINER! Und sie sagt mir, dass wir es uns dort schön machen und dass wir dann da ganz feste und für immer zuhause sein werden. Jedenfalls mein für-immer. Ich weiß nämlich auch, dass ich nicht ihr für-immer für sie da sein kann.
Das ist zuviel Zukunft, als dass ich als Hundewolf es erfassen kann, aber irgendetwas daran macht mein Herzchen manchmal ein bisschen schwerer.
Dann suche ich ihre Nähe, lege meinen Kopf ganz nah an sie ran und rieche....zuhause.
Das beruhigt mich und macht meine Welt richtig.

Sie freut sich, dass ich dann nicht mehr so viel Treppen steigen muss. Und dass ich mehr Raum für meine Hundewichtigkeiten haben werde. Sie erzählt mir, dass wir abends dann noch im Wintergarten sitzen/liegen können und ich mal 'ne Runde schnufen gehen oder noch Abendsonne genießen kann, faul in der Wiese liegend. Das verstehe ich nicht ganz. Was soll ein Wintergarten sein? Habe ich da nur Schnee? Und was soll das dann mit der Sonne und der Wiese? Bisher kenne ich nur entweder Schnee ODER Wiese. Beides....? mmhh... aber ich bin sicher, es wird mir gefallen. Bisher konnte ich mich auf meine Menschin in solchen Fragen verlassen.
Sie ist sehr zuverlässig - eine absolut grandiose Eigenschaft, weil sie für uns Hundewölfe so enorm wichtig ist. Zuverlässigkeit und Authentizität. Und sie traut sich authentisch zu sein. Ich würde alles andere eh merken, und sie hat das verstanden.
Und ich habe auch etwas verstanden und kann inzwischen immer mehr darauf vertrauen. Sie wird IMMER zuverlässig sein. Ich glaube, das ist ihr Sinn. Sie ist mein Rudel und sie wächst immer besser in diese Rolle. Ich übrigens auch.
Liebe Meute, ich kann euch sagen, es ist ein sehr warmes und sicheres Gefühl, wenn man irgendwo ankommt und immer mehr spürt, dass das konstant ist und fest ist und sicher ist und verlässlich ist.....
Bin gespannt auf diese Wintergarten-Idee. Wie sie das wohl hinbekommen will....? Ob sie die Jahreszeiten gleich nebeneinander legen kann?

19.05.2015

Mystische Lehmfigur

Rumpel teilt sich zeitweise seinen Körper mit einem anderen Wesen. Innen ist es immer Rumpel, in all seinen Facetten.
Aber sein Äußerses leiht er gerne mal dem Golem, einem aus Lehm geformtem Wesen. Seht her:



...der sah schon viel, viel schlimmer aus, aber ich habe leider nicht immer die Kamera zur Hand. Naja, vielleicht auch gut so....

18.05.2015

Fuchsotterkatzendingsbumstier

Ja, ja wer nicht hören will..... Vor ein paar Tagen waren wir auf den Feldern der Umgebung unterwegs und alles war ganz nett und beschaulich, einschließlich Rumpeltier.
Bis in einer kleinen Grube ein ich-weiß-nicht-genau-was-für-ein-Tier entdeckt wurde. Sah aus wie ein kleiner Otter, aber war fuchsrot. Hat sich buckelig gemacht wie eine Katze und ähnlich gefaucht.
                                                Rumpel hat es dummerweise zuerst gesehen und war mit einem Satz ("Ey, Alter. Los, spielen. Jetzt.") da. Das Tier - deutlich langsamer als mein Hund - wollte sich auf und davon machen. Hund hinterher ("Spielen. Sofort!"). 
Meinen Rückruf hat Rumpel als Vorschlag verstanden oder auch als "Hey, Rumpi, wenn du mich suchst, ich bin gleich hinter dir" und keineswegs verbindlich gesehen.
Und so kam es, wie es....ihm eigentlich recht geschieht. Er hat von dem Fuchsotterkatzendingsbumstier mächtig eins übergebraten bekommen, hat kurz gequiekt ("Mensch! Der zankt und haut!") und ist dann nochmal drauf ("Boa, ich hab SPIIIIEEELEN gesagt. Wenn hier einer einem weh tut, dann ICH dir!") mit ähnlichem Ergebnis, noch eins auf die Nase bekommen.

Jetzt hat Rumpel zwei dicke Striemen auf der Nase.
Zuletzt hatte er sich die Pfote ja irgendwo aufgerissen.
Er scheint davon gehört zu haben, dass Narben interessant machen und sehr verwegen wirken können.
Zum Glück lässt er sich die Nase jetzt ganz prima einreiben mit Salbe.
Im Gegensatz zu der Pfotenaktion. Das war deutlich zappeliger.

06.05.2015

"Armes Häschen bist du krank....?"

...dass du nicht mehr flitzen kannst...
Heute morgen haben wir eine schöne Feldrunde gedreht. Das Wetter herrlich und die Felder in leuchtendem rapsgelb. Hund mit bester Laune und Rundkopf mal ein bisschen abgeschaltet und einfach befreit und im Hier und Jetzt. Die Natur, das Wetter, die Stimmung mitgenommen und daran erfreut.
Rumpel hat prima auf mich geachtet und ich natürlich auch auf ihn.
Wir finden immer mehr und immer öfter in die passende Balance für uns beide. Da kann der Hund seiner Nase folgen und einfach seine Hundedinge tun. Und der Affe kann ein bisschen seinen Menschengedanken lange Leine geben.

Am Ende unseres Laufes, wieder am Auto angekommen, ist Rumpel in ebendieses gesprungen, auf das frische Hundehandtuch. Und weg war erstmal die Freude, das Befreite und Entspannte. Dicke Blutspuren! Was war passiert?
Ich weiß es bis jetzt nicht. Er muss in irgendetwas getreten sein. Auf seinem Ballen war ein gerader Schnitt. Dummerweise sind die Ballen ziemlich gut durchblutet. Na ja, so dumm ist das ja eigentlich nicht. Aber es hörte nicht auf zu bluten und er ist eben immer und immer wieder mit dieser Wunde aufgetreten.
Da Rumpel nicht besonders kooperativ war, sich keinen Sockenschutz anziehen ließ und auch auf Salbe und Spray mit leichter Hysterie reagierte - wie ein Mädchen der Kerl - mussten wir doch zum Tierarzt fahren. Das fand er auch nicht spaßig, aber da mussten wir dann eben beide durch.
Zum Glück haben dicke Salbe und ein kleiner Verband schnell geholfen. Außerdem musste das Team "Knüssel und Chaos" ein bisschen Ruhe bewahren. Ich durfte Rumpel erstmal nicht ableinen, damit er nicht so wild und überall rennt.
Wir sind dann ein paar Tage mit laaaaanger Schleppleine gelaufen. Und wir haben die Kopfarbeit ein wenig erhöht. So war das Kötertier auch ausgelastet und zufrieden.

Nach wenigen Tagen hat der Doktor aber auch schon sein Okay gegeben und Rumpel durfte wieder flitzen und toben.



Am ersten Abend gleich mit Kumpel Hoppla. 
Also waren außer Flitzen und Toben noch Prügeln und Durchdrehen angesagt. 

 
Ist aber alles gut gegangen. 
"Heile, heile gänzchen..." ;-)

29.04.2015

durch Nacht und Feld....

Gerade war ich mit Rumpel noch eine Runde übers Feld drehen. Es war dunkel. Als ich ihn dann hier im Treppenhaus - bei Licht - sah, blieb mir kurz die Luft weg.
Das war kein Hund, das war der Golem. Ich bin vielleicht ÜBERS Feld gegangen, er hat sich garantiert DRUNTER her gegraben. Kompletter Lehmpanzer!
Ich saß im Treppenhaus, habe ein bisschen geheult (so viel sauber machen) und gleichzeitig Tränen gelacht, wie er mit schief gelegtem Kopf und hängender Zunge vor mir stand und glücklich war - dreckig, stinkig und überglücklich.


Das sind die Momente, die den Tag zu einem guten machen und alles entlohnen.
Und so ist Rumpel nach seinem Ausflug in die Maulwurf-Stadt auch noch mit einer 1A-Ganzkörper-Rubbel-Massage belohnt worden.
Jetzt liegt er müde, wieder sauber und zufrieden auf dem Sofa und schläft tief und fest....

21.04.2015

Ende und Anfang

Wir schlampen schon wieder. Aber im Moment ist das regelmäßige Schreiben auch schwierig. Rumpel und ich werden umziehen und haben gerade viel zu tun. Oft geht so einem Umzug ja etwas voraus. Bei uns war es eine Trennung - und die bringt auch nochmal viel-zu-tun mit.

Eine große Sorge von mir war (und ist), dass Rumpel unter der Trennung leidet. SEINE Trennung von seinem zweiten Menschen. Aber - toitoitoi - bisher wirkt er recht entspannt und zufrieden. Unserer Beziehung scheint es gerade nochmal einen Schubs zu geben. Er rückt ein bisschen näher und scheint sich mit nur einer Bezugsperson leichter zu tun. Gut, dafür hätte man sich nicht trennen müssen, das hätte man auch anders regeln können, aber das war ja auch kein Grund für das Geschehene.
Jedenfalls erleichtert es mich, ihn zufrieden zu sehen und nicht verunsichert, leidend oder traurig (ja, auch Tiere empfinden Trauer).

Bisher verlaufen auch unsere Hundebegegnungen recht gemäßigt. Er möchte immer mal wieder in sein Muster rutschen, aber reagiert sofort auf meine Ansage. So ist echt okay.

Die nächste Zeit wird es also wahrscheinlich immer wieder Infos geben, wie Rumpel und ich uns so umstellen, einstellen und neu sortieren.
Und auch wenn die Umstände traurig sind, freue ich mich auf diese neue, gewiss spannende Neugestaltung des Lebens und Weiterentwicklung von Beziehung.

04.03.2015

Rumpel hat Freunde

...ja, wer sich nicht von Gepöbel und Krawall abschrecken lässt, der kann zum Kumpel werden.
Hoppla ist so ein Unerschrockener und regelmäßig treiben die beiden gemeinsam Unfug und Schabernack...

 ...gemeinsames "Blöd-im-Sinn"
 ...und kämpfen. 
Jungs eben, da geht es gerne rabiat zu...












zusammen schnufen und Spuren aufnehmen...



...und wenn sich sonst nichts Spannendes bietet, markiert halt der eine den anderen.








und dann nach all der Anstrengung 
gemeinsam abhängen








02.03.2015

Wenn der Tag zu Ende geht

Wie bekommen wir das Verhalten von den Abendrunden, in denen uns natürlich niemand begegnen darf, transportiert in die Tage und die Reizsituationen?
Wenn wir abends durch die Straßen streifen, ist Rumpel oft ein Bilderbuchexemplar an Hund. Er geht neben mir, als gäbe es keinen anderen Platz, an dem es schöner wäre. Er schnuft, wo ich ihm das Okay gebe und ist mit seinem Kopf ansonsten ganz und gar bei mir und bei uns. Immer wieder schaut er mich an, sucht den Kontakt, reagiert auf jeden kleinsten Hinweis.
Ach gäbe es doch kein Leben außer uns auf diesem Planeten, es könnte so schön sein... 
Doch der Gedanke an all zu entspannte, gar gedankenverlorene Spaziergänge mit meinem Hund muss reichen. Ich habe gelernt, reizvolle Natur und Landschaft im vorbeigehen wahrzunehmen und mich daran zu erfreuen. Viel Konzentration darf ich nicht darauf verwenden – das könnte zu mittelschweren Katastrophen führen.

Natürlich bedeutet „oft“ nicht „immer“. Nicht jede Abendrunde verläuft so harmonisch – egal, ob wir jemandem begegnen oder nicht. Schließlich hat der Schalk hinter der Rumpelohren noch viiiiieeeel mehr Unsinn parat, den er dem Tier einflüstern kann. „Stell dich taub!“, „Folge deiner Nase! Und stell dich taub!“, „Finde nichts auf dieser Welt spannender als das ...Nichts auf dem Boden/in der Luft/an deinen Pfoten. Und vergiss nicht: Du bist taub!“, „Wickel dich mit deiner Leine mehrfach um einen Baum und sieh deinen Zweiner hilfesuchend an.“ „Schaue deinen Rundkopf fragend an, wenn er dir die einfachsten Kommandos gibt. Er hat vielleicht noch nicht bemerkt, dass du gerade taub bist!“
 
Ja, so ein Köter kann eine wahre Wundertüte sein. 
Rumpel ist eine.